Heute
vor zwei Jahren hatte ich, sozusagen gestern, das Buch „Anständigessen“ von Karen Duve zu Ende gelesen und beschlossen, nie wieder
Fleisch zu essen. Die erste Zeit war einfach, dann folgte eine Zeit,
in der ich einiges vermisste (Frikadellen, ein bisschen
Hähnchenbrustfilet zum Salat, türkische Pizza), aber trotzdem
standhaft geblieben bin. Bis zum heutigen Tag und mit ziemlicher
Sicherheit bis ans Ende meiner Tage.
Zwischendurch
habe ich mich immer Mal wieder mit dem Thema der veganen Ernährung
beschäftigt, immer erschien es mir unmöglich, komplett auf
tierische Produkte zu verzichten, esse ich doch gerne Käse, Joghurt,
Kuchen.
Gestern
traf ich mich in der Mittagspause mit einer Bekannten, die ich länger
nicht gesehen habe. Der Weg zum Treffpunkt führt an einem Zaun
vorbei, an dem Informationen zum Thema veganes Essen, Tierhaltung,
Gesundheitsaspekte tierfreier Ernährung aushängen. Des öfteren bin
ich schon dort stehengeblieben, habe kurz gelesen, Fotos betrachtet,
und mir vorgenommen, etwas zu ändern. Getan habe ich auch ein
bisschen, indem ich beispielsweise Milchprodukte, wenn möglich, nur
als Bioprodukt gekauft habe, da die Haltungsbedingungen der Tiere
wenigstens etwas besser sein müss(t)en. Den Konsum von Käse habe ich
eingeschränkt, auf selbst zubereitete Speisen mit Eiern habe ich
komplett verzichtet.
Gestern
also kam ich wieder an diesem Zaun vorbei, die Zeit reichte nur für
einen flüchtigen Blick, da meine Bekannte wartete. Im Laufe unseres
Gesprächs erzählte sie, dass sie seit Anfang des Jahres vegan essen
würde. Seither hätte sich nicht nur ihr Wohlbefinden stark
verbessert, auch ihre Blutwerte seien allesamt viel besser geworden.
Und, last but not least, ist das latent schlechte Gewissen beim
Verzehr tierischer Produkte, weg. Ich war begeistert und voller
Bewunderung.
Heute
erreichte mich eine Mail dieser Bekannten, in der sie mir drei Bücher
empfohlen hat, die gute Grundlagen schaffen, um tatsächlich gesund
zu werden und zu bleiben mit veganer Ernährung. Sich nur von Nudeln
mit Tomatensauce zu ernähren ist zwar vegan, aber eben nicht gesund.
Ich sah auf den Kalender, habe bemerkt, welche Entscheidung ich vor
exakt zwei Jahren getroffen habe und war mir sicher, jetzt den
nächsten Schritt zu versuchen. Ein Zeichen, irgendwie. Vielleicht.
Von
heute auf morgen wird das nicht gehen. Aber ich habe die drei
empfohlenen Bücher bestellt, werde mir das notwendige
Hintergrundwissen aneignen und dann loslegen.
Vermutlich
wird mir der eine oder andere Verzicht schwer fallen, ich werde es
als Opfer betrachten. Aber ich opfere lediglich einen Genuss (den man
sich angewöhnt hat), das unfreiwillige Opfer, das die Tiere bringen
müssen, ist ein sehr viel größeres. Nicht zuletzt dieses Wissen
sollte es mir leichter machen...
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