19 Juni 2013

19.Juni 2011 – 19.Juni 2013

Heute vor zwei Jahren hatte ich, sozusagen gestern, das Buch „Anständigessen“ von Karen Duve zu Ende gelesen und beschlossen, nie wieder Fleisch zu essen. Die erste Zeit war einfach, dann folgte eine Zeit, in der ich einiges vermisste (Frikadellen, ein bisschen Hähnchenbrustfilet zum Salat, türkische Pizza), aber trotzdem standhaft geblieben bin. Bis zum heutigen Tag und mit ziemlicher Sicherheit bis ans Ende meiner Tage.
Zwischendurch habe ich mich immer Mal wieder mit dem Thema der veganen Ernährung beschäftigt, immer erschien es mir unmöglich, komplett auf tierische Produkte zu verzichten, esse ich doch gerne Käse, Joghurt, Kuchen.
Gestern traf ich mich in der Mittagspause mit einer Bekannten, die ich länger nicht gesehen habe. Der Weg zum Treffpunkt führt an einem Zaun vorbei, an dem Informationen zum Thema veganes Essen, Tierhaltung, Gesundheitsaspekte tierfreier Ernährung aushängen. Des öfteren bin ich schon dort stehengeblieben, habe kurz gelesen, Fotos betrachtet, und mir vorgenommen, etwas zu ändern. Getan habe ich auch ein bisschen, indem ich beispielsweise Milchprodukte, wenn möglich, nur als Bioprodukt gekauft habe, da die Haltungsbedingungen der Tiere wenigstens etwas besser sein müss(t)en. Den Konsum von Käse habe ich eingeschränkt, auf selbst zubereitete Speisen mit Eiern habe ich komplett verzichtet.
Gestern also kam ich wieder an diesem Zaun vorbei, die Zeit reichte nur für einen flüchtigen Blick, da meine Bekannte wartete. Im Laufe unseres Gesprächs erzählte sie, dass sie seit Anfang des Jahres vegan essen würde. Seither hätte sich nicht nur ihr Wohlbefinden stark verbessert, auch ihre Blutwerte seien allesamt viel besser geworden. Und, last but not least, ist das latent schlechte Gewissen beim Verzehr tierischer Produkte, weg. Ich war begeistert und voller Bewunderung.
Heute erreichte mich eine Mail dieser Bekannten, in der sie mir drei Bücher empfohlen hat, die gute Grundlagen schaffen, um tatsächlich gesund zu werden und zu bleiben mit veganer Ernährung. Sich nur von Nudeln mit Tomatensauce zu ernähren ist zwar vegan, aber eben nicht gesund. Ich sah auf den Kalender, habe bemerkt, welche Entscheidung ich vor exakt zwei Jahren getroffen habe und war mir sicher, jetzt den nächsten Schritt zu versuchen. Ein Zeichen, irgendwie. Vielleicht.
Von heute auf morgen wird das nicht gehen. Aber ich habe die drei empfohlenen Bücher bestellt, werde mir das notwendige Hintergrundwissen aneignen und dann loslegen.
Vermutlich wird mir der eine oder andere Verzicht schwer fallen, ich werde es als Opfer betrachten. Aber ich opfere lediglich einen Genuss (den man sich angewöhnt hat), das unfreiwillige Opfer, das die Tiere bringen müssen, ist ein sehr viel größeres. Nicht zuletzt dieses Wissen sollte es mir leichter machen...

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